Die Nutzung von Vakuumhebetechnik auf Baustellen

September 21, 2015
glasoberland_admin

Man schrieb das Jahr 1654. Ein Mann hatte soeben vor dem Reichstag in Magdeburg zwei Halbkugelschalen von 42 cm Durchmesser aufeinander gelegt und mit einer von ihm erfundenen Kolbenpumpe über ein Ventil die Luft entzogen. Die Menschenmenge schaute gespannt zu, wie zwei Gespanne von je 15 Pferden an je eine Kugelhälfte gespannt wurden. Manch einer tippte sich mit dem Zeigefinger an den Kopf: was für ein Idiot. Wie konnte jemand sich auch nur im entferntesten denken, dass 30 Pferde es nicht schaffen würden, zwei Kugelhälften auseinander zu ziehen? Peitschenhiebe erklangen, die Pferde setzten sich in Bewegung und…nichts passierte! So sehr sich die Tiere auch anstrengten, die Kugeln hafteten weiterhin fest zusammen.Die Nutzung von Vakuumhebetechnik auf Baustellen

Der Deutsche Wissenschaftler und Politiker, Otto von Guericke, hatte soeben die Existenz des Vakuums bewiesen – und damit die Existenz der Erdatmosphäre und des Luftdrucks.

Knapp 400 Jahre später ist das Vakuum von nirgendwo mehr wegzudenken. Man benutzt es, um Nahrungsmittel länger frisch zu halten. Und man verwendet es gar auf dem Bau, um Glaselemente zu transportieren und zu heben.

Im letzteren Fall funktioniert das Ganze über Saugnäpfe, in denen ein Vakuum hergestellt wird. Hierdurch können Glasscheiben, Isolationselemente oder andere glatte Oberflächen sicher festgehalten und mit einer Hebevorrichtung oder einem Kran vertikal oder horizontal transportiert werden. Insbesondere in den Sinn kommen hier zum Beispiel die Maschinen in Fabrikanlagen, wo Glasschälchen von einem Arm auf ein Band gesetzt werden. Dies ist eine Anwendung, bei der das Vakuum tagtäglich industriell genutzt wird.

Doch auch auf Baustellen ist die Vakuumshebetechnik sehr nützlich – können doch riesige Elemente mit glatter Oberfläche problemlos angehoben werden. Im Gegensatz zu Fabrikanlagen, in welchen ein beweglicher aber fest an einer Stelle befestigter Arm Dinge horizontal oder vertikal bewegt, wird auf Baustellen die Saugvorrichtung üblicherweise an einen Kran gehängt und mit der Hilfe mehrerer Mitarbeiter millimetergenau in Position gebracht.

Wie funktionieren Vakuumhebegeräte?

Zuerst wird das Glassauggerät mit den Saugnäpfen auf die Oberfläche aufgesetzt. Nun wird im Normalfall die Luft elektronisch aus diesen Saugnäpfen entfernt, um so ein Vakuum zu schaffen. Grundsätzlich gilt, dass bei grösseren Lasten auch das Vakuum stärker sein muss. Die Bediener des Gerätes müssen deswegen wissen, welches Gewicht die Elemente haben und welches Vakuum zum Anheben dieser Gewichte benötigt wird. Auf dem Vakuummeter der Vakuumhebegeräte wird das Vakuum stets angezeigt.

Nachdem das notwendige Vakuum erreicht wurde, wird das Element mit dem Kran angehoben und je nach Notwendigkeit gedreht, gekippt und zur Stelle befördert, an welcher es eingebaut werden soll. Je nach Grösse des Elementes müssen dann zwei oder mehr Mitarbeiter das Element genau in Position bringen, bevor durch das Öffnen eines Ventils das Vakuum in den Saugnäpfen aufgehoben und die Last damit freigegeben werden kann.

Um die Mitarbeitenden sowie die Bauelemente zu schützen, müssen Geräte gemäss DIN EN 13155 mit einer Vorrichtung ausgestattet sein, die bei einem Vakuumverlust während des Transportes durch optische oder akustische Signale eine Warnung aussendet. Man stelle sich vor, dass ein 600 kg schweres Glaselement von Mitarbeitenden in Position gebracht wird und dann das Vakuum vorzeitig verloren wird – die Konsequenzen wären äusserst schwerwiegend!

Haben Sie weitere Fragen zur Vakuumshebetechnik auf Baustellen oder zu Geräten, die wir zur Vermietung anbieten? Dann zögern Sie nicht und kontaktieren uns noch heute per Email oder Telefon. Wir sind jederzeit gerne für Sie da!